Espressomaschinen im Test und Vergleich

Tipps & Tricks · 01

Der perfekte Espresso-Shot

Ein guter Espresso ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von drei Stellschrauben: Menge, Mahlgrad und Zeit. Mit dieser Anleitung ziehst Du Schritt für Schritt einen Shot, der süß, rund und ausgewogen schmeckt – und weißt genau, was Du ändern musst, wenn er es nicht tut.

Zeit

15 Min.

Niveau

Einsteiger

Das brauchst Du

Siebträgermaschine
Espressomühle
Feinwaage
Tamper

Die Eckdaten

Kaffeemehl
18 g (Doppelsieb)
Espresso in der Tasse
36 g
Bezugszeit
25–30 Sek.
Brühtemperatur
92–94 °C

Schritt für Schritt

1

Maschine richtig aufheizen

Schalte die Maschine mindestens 20–30 Minuten vor dem ersten Shot ein – mit eingespanntem Siebträger, damit auch er heiß wird.

Ist die Kontrollleuchte aus, ist nur das Wasser heiß, nicht die Brühgruppe. Geduld lohnt sich.

Stelle Deine Espressotasse oben auf die Maschine oder spüle sie mit heißem Wasser vor.

2

Bohnen abwiegen und mahlen

Wiege 18 g Bohnen auf der Feinwaage ab – nicht nach Augenmaß, schon 1 g Unterschied verändert den Geschmack.

Mahle direkt vor dem Bezug. Das Mehl sollte sich anfühlen wie feiner Sand, etwas gröber als Puderzucker.

Prüfe nach dem Mahlen: Im Siebträger sollten wieder 18 g liegen (± 0,2 g).

3

Kaffeemehl verteilen

Klopfe den Siebträger seitlich leicht mit der flachen Hand an, bis das Mehl eben liegt.

Besser noch: Mit einer Nadel (WDT-Tool) 10 Sekunden in kleinen Kreisen durchrühren, um Klümpchen aufzulösen.

Fertig, wenn die Oberfläche flach ist und keine Hügel oder Löcher zu sehen sind.

4

Gerade tampern

Stelle den Siebträger auf eine feste, ebene Unterlage (Tamperstation oder Tischkante).

Drücke den Tamper senkrecht nach unten, bis das Mehl nicht mehr nachgibt – wie fest, ist weniger wichtig als gerade.

Nicht drehen, nicht nachklopfen. Wische Mehlreste vom Rand, damit die Dichtung sauber abschließt.

5

Spülen, einspannen, sofort starten

Lass 2–3 Sekunden Wasser aus der Brühgruppe laufen, um sie zu spülen und zu temperieren.

Spanne den Siebträger fest ein, stelle Tasse und Waage darunter, tariere auf 0 g.

Starte den Bezug sofort – wartet das Mehl auf der heißen Gruppe, verbrennt es oben.

6

Bezug beobachten und stoppen

Starte gleichzeitig eine Stoppuhr. Nach 5–8 Sekunden sollten die ersten Tropfen kommen.

Der Strahl sollte honigartig, dunkelbraun und gleichmäßig wie ein Mauseschwänzchen fließen.

Stoppe bei 36 g in der Tasse. Liegt die Zeit zwischen 25 und 30 Sekunden, hast Du alles richtig gemacht.

7

Probieren und nachjustieren

Rühre einmal kurz um, damit sich Crema und Espresso mischen, und probiere direkt.

Sauer und dünn? Feiner mahlen. Bitter und trocken? Gröber mahlen.

Ändere immer nur eine Sache auf einmal – sonst weißt Du nicht, was gewirkt hat.

Typische Fehler – und die Lösung

Espresso läuft in unter 20 Sekunden durch

→ Mahlgrad deutlich feiner stellen und Dosis prüfen.

Es kommt nur tröpfchenweise etwas

→ Mahlgrad gröber stellen, Tamperdruck nicht erhöhen.

Strahl spritzt oder läuft schief

→ Mehl besser verteilen, gerader tampern.

Helle, schnell zerfallende Crema

→ Frischere Bohnen verwenden (Röstdatum 1–6 Wochen).

Profi-Tipps

Bohnen mit Röstdatum kaufen und 5–7 Tage nach der Röstung ausgasen lassen.

Notiere Dosis, Mahlgrad und Zeit – so findest Du die Einstellung bei der nächsten Packung schneller.

Hellere Röstungen vertragen etwas höhere Temperatur und ein längeres Verhältnis (1:2,5).

FAQ

Häufige Fragen

18 g passen in die meisten Doppelsiebe mit 58 mm. Hat Dein Sieb eine andere Größe, nimm die angegebene Füllmenge und verdopple sie für das Getränk.
Sehr. Ohne Waage schwankt die Menge um mehrere Gramm, und Du kannst Fehler nicht gezielt beheben. Eine einfache Feinwaage für 15–25 € reicht.
Aus 18 g Kaffeemehl werden 36 g Espresso in der Tasse. Das ist ein klassischer, ausgewogener Doppio.
Zum Einstellen ja. Ist Deine Bohne eingestellt, reicht es oft, nur die Bohnen zu wiegen und die Zeit im Blick zu behalten.